
Kronen Zeitung
ALEXANDER HAUSER
Auf Champions-League-Titel folgt Duell mit Ronaldo
Alexander Hauser gewann als Co-Trainer mit Al-Ahli die asiatische Champions League, der Klub von Chefcoach Matthias Jaissle verteidigte damit den Titel. Für das einstige Gespann von Red Bull Salzburg blieb aber keine Zeit zum Feiern. In der Liga wartet ein echter Kracher!
Ausnahmezustand in Dschidda. Tausende Saudis feiern in der Nacht auf den Straßen und jubeln einer Mannschaft zu, die mit dem Bus durch die Straßen rollt. Mittendrin: Alexander Hauser.
Der 41-Jährige fungiert – wie Florens Koch, ein weiterer ehemaliger Bulle – als Co-Trainer von Ex-Salzburg-Coach Matthias Jaissle bei Al-Ahli und feierte mit dem Wüstenklub den zweiten Champions-League-Titel in Folge. „Es ist außergewöhnlich! Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen“, spielt er auf das dramatische Endspiel an, das sein Team in Unterzahl durch ein Tor in der 96. Minute gegen Machida Zelvia mit 1:0 gewann.
„Ich habe mitgelitten“, schildert der Tiroler. „Ich hatte das Gefühl, es wird echt schwer, weil einige Entscheidungen gegen uns waren. Hut ab vor der Mannschaft. Es war ein toller Kampf und eine außergewöhnliche Leistung.“
„Die Leute hier sind echt fußballverrückt!“
Danach gab es spontan einen Triumphzug durch Dschidda. „Es war ja recht spontan. Plötzlich hieß es, dass es um 1 Uhr nachts einen Siegeszug gibt. Die Leute hier sind aber echt fußballverrückt.“
Die Anhänger des Vereins säumten die Straßen und sorgten für eine Atmosphäre, die Hauser so noch nicht erlebt hat. „Die Meisterfeier in Salzburg war auch richtig cool, nach der Double-Saison haben wir damals im Casino gefeiert. Ohnehin hat jeder Titel etwas für sich. Das Ausmaß ist hier aber noch einmal andres, die Fanbasis ist größer. Es ist deshalb das Beste, was ich bisher erlebt habe.“
Zeit zum Durchatmen bleibt Hauser, von 2019 bis 2024 für die Bullen tätig, keine. Schon heute wartet in der Liga ein echtes Spitzenspiel, abgesehen von der Parade blieb auch die ganz große Feier aus. Al-Ahli trifft auf Al-Nassr um Superstar Cristiano Ronaldo. „Da brauchst du keine künstliche Spannung, alle Jungs sind voll da“, betont der Co-Trainer, der sich als Sympathisant des Portugiesen outet.
„Auf alle Fälle ist er durch seine Ausstrahlung und Präsenz besonders. Wir haben in Hongkong den Supercup gegen sie gewonnen. Das war sehr bitter für Al-Nassr, aber ich habe gesehen, wir er damit umgegangen ist. Das war beeindruckend. Wobei ihre Offensive um ihn, Joao Felix, Kingsley Coman und Sadio Mane auch viele europäische Teams gerne hätten.“
Bleibt bei all dem Stress denn Zeit, um Salzburg weiter zu verfolgen? „Nach Möglichkeit schaue ich die Konferenz. Ich bin ja damals mit Daniel Beichler in der U14 eingestiegen und immer noch voll dabei.“
Prognose will er keine abgeben, zum Bundesliga-Titelkampf sagt er aber: „Vom Gefühl hat der LASK die besten Karten, ich wünsche Dani und Salzburg aber das Beste.“
Eine Rückkehr nach Europa ist indes für Hauser aktuell kein Thema. Sein Vertrag läuft bis 2027, der Tiroler fühlt sich in seiner Wahlheimat mehr als wohl. „Mir gefällt es gut und ich weiß auch, dass viele Trainer und Spieler liebend gerne hierher gehen würden. Für mich war es ein Schritt vorwärts.“
Abzüge gibt es nur, weil die Distanz zur Heimat groß ist und die Familie nicht bei ihm lebt. „Wir haben uns aber gut arrangiert. Ohne Unterstützung würde das nicht gehen. Sicher gibt es zache Phasen, das brauchen wir nicht schönzureden, aber wir kriegen das insgesamt sehr gut hin. Jetzt bin ich fast zwei Jahre hier und die Zeit verging wie im Flug.“
Was ihm fehlt, ist Tirol. „Mein Leben in den Bergen und in der Natur, dazu meine Freunde. Ich lebe ja eigentlich am schönsten Fleck der Welt.“
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