
Kronen Zeitung
VATER WURDE ERMORDET
Brutale Schicksalsschläge – und jetzt WM-Hoffnung!
Kurz vor dem WM-Auftaktmatch gegen Norwegen hat Irak-Stürmer Aymen Hussein über seine Vergangenheit gesprochen. Sein Vater wurde getötet, sein Bruder entführt – nur dank seiner Mutter hat er die Fußballschuhe nicht an den Nagel gehängt. Und nun gilt er als Fußball-Held seines Landes.
„Aymen ist ein Name, der keiner Vorstellung bedarf. Seine Leistungen sprechen für sich, nicht nur im Irak, sondern in der gesamten Region und im arabischen Fußball. Wir erwarten viel von ihm“, lobt Irak-Torhüter Jalal Hassan seinen Teamkollegen vor dem Auftaktmatch. Auf Aymen Hussein, der den Irak mit seinen Toren zur ersten WM seit 40 Jahren geschossen hat, liegen die Hoffnungen seines ganzen Landes.
Dabei war er schon kurz davor seine Fußball-Karriere zu beenden. Denn der 30-Jährige blickt auf schwere Zeiten in seinem Leben zurück. Im Alter von zwölf Jahren hat er seinen Vater durch einen Mord verloren. „Er ging einkaufen, um Baumaterialien für unser neues, im Bau befindliches Haus zu besorgen. Wenige Stunden später erhielten wir einen Anruf mit der Nachricht: Ihr Vater wurde getötet und seine Leiche befindet sich im Krankenhaus“, erinnert sich der Stürmer im Interview mit „Al Jazeera“.
Zuerst habe es die Familie nicht glauben können, doch „dann gingen wir ins Krankenhaus und fanden dort den Leichnam meines Vaters vor. Es war eine Katastrophe für uns alle“, so Hussein.
Mutter bat ihn weiterzuspielen
Doch es war nicht der letzte Schicksalsschlag. Ein paar Jahre später wurde sein Bruder entführt. „Seitdem haben wir nichts mehr von ihm gehört“, erklärt der Teamspieler, der anschließend seine Karriere beenden wollte. „Ich habe beschlossen, mit dem Fußballspielen aufzuhören, um für meine Familie zu sorgen, aber meine Mutter hat sich geweigert. Sie hat mich gebeten, weiterzuspielen.“
So setzte er seine Karriere doch fort und darf nun mit dem Irak an der WM teilnehmen. Bei der Einreise in die USA wurde er von der Grenzschutzbehörde stundenlang befragt. Doch auch diese Hürde ist gemeistert und Hussein ist bereit auf sein erstes WM-Match gegen Erling Haaland und seine Norweger (Mittwoch ab 0 Uhr).
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Bild: AFP/AHMAD AL-RUBAYE



















