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Kronen Zeitung

15.06.2026, 18:08 Uhr
NiederlandeSchweden

1:5-DEBAKEL HAT FOLGEN

Fix! Trainer muss nach WM-Pleite die Koffer packen

krone Sport

Tunesien hat Teamchef Sabri Lamouchi kurz nach dem verpatzten Auftaktspiel bei der Fußball-Weltmeisterschaft gefeuert. Damit reagierte die Verbandsspitze am Montag auf das 1:5 der Nordafrikaner in ihrem ersten Turnierspiel gegen Schweden tags zuvor. „Es wurde offiziell vereinbart, Trainer Sabri Lamouchi zu entlassen“, schrieb der tunesische Fußballverband auf Instagram. Für die Gruppenspiele gegen Japan und die Niederlande wird Mondher Kebaier interimistisch übernehmen.


Der 56-Jährige trainierte die Nationalmannschaft Tunesiens bereits von 2019 bis 2022. Als Technischer Direktor des Verbands war Kebaier bereits mit dem Team zur Weltmeisterschaft gereist. Bei der WM 2022 in Katar hatten die Tunesier in der Vorrunde noch den späteren Finalisten Frankreich besiegt. Vier Jahre später geriet der Auftakt gegen Schweden jedoch zum Debakel für das Team. „Das ist eine schmerzliche Niederlage. Sie tut weh. Den Wettbewerb mit einer solch herben Niederlage zu beginnen, ist schwer“, sagte Lamouchi danach.

Da ahnte der 54-jährige Franzose noch nicht, dass er gerade seine letzte Pressekonferenz als Nationaltrainer Tunesiens gab.

Bild: AP/Dolores Ochoa

Kurze Amtszeit für Lamouchi
Übernommen hatte Lamouchi diese Aufgabe erst vor fünf Monaten im Jänner. In den fünf Länderspielen seiner kurzen Amtszeit gab es nur einen Sieg gegen den WM-Außenseiter Haiti (1:0). Gegen die ÖFB-Auswahl gab es vor zwei Wochen im Testspiel trotz langer Überzahl in Wien ein 0:1. Tunesische Medien schrieben schon vor Beginn der Weltmeisterschaft von einem schwer zu führenden Team, in dem erfahrene und neu berufene Spieler kaum harmonieren. Schon der Afrika Cup im vergangenen Winter endete mit einem enttäuschenden Achtelfinal-Aus gegen Mali.

Lamouchi ist der dritte Teamchef, der während einer Weltmeisterschaft entlassen wird ...

  • 1998 entließ Tunesien nach zwei Niederlagen (0:2 England; 0:1 Kolumbien) Henryk Kasperczak. Im letzten Spiel gab es unter Ali Selmi ein 1:1 gegen das schon aufgestiegene Rumänien.
  • Ebenfalls 1998 entließ Südkorea Bum-kun Cha nach einem 1:3 gegen Mexiko und einem 0:5 gegen die Niederlande. Unter Co-Trainer Kim Pyung-seok gab es ein 1:1 gegen Belgien zum Abschluss.
  • Die verrückteste Geschichte ereignete sich 2018 unmittelbar vor WM-Start. Da warf Spanien zwei Tage vor dem ersten Spiel Julen Lopetegui raus, nachdem bekannt geworden war, dass dieser nach der WM aufhöre und bereits bei Real Madrid unterschrieben hatte. Fernando Hierro übernahm ein sichtlich verunsichertes Spanien, das schon im Achtelfinale ausschied.
Bild: EPA/RODRIGO JIMENEZ

Einen neuen Trainer dürfen nun auch Tunesiens Spieler in der Kabine begrüßen.


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