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Kronen Zeitung

vor einer Stunde
Österreich

WM-QUALIFIKATION

Historisches Remis soll ÖFB-„Kehrtwende“ bringen

krone Sport

Für Österreichs Frauen-Fußball-Nationalteam sind aller guten Dinge neun gewesen. Nach acht misslungenen Anläufen zuvor verlor die ÖFB-Auswahl am Samstag gegen den Weltranglistendritten Deutschland erstmals nicht. Das 0:0 in Ried brachte auch den ersten Punkt in der WM-Qualifikationsgruppe A4 im vierten Spiel. „Ich hoffe, dass das die Kehrtwende ist und Auftrieb gibt für die nächsten Spiele“, sagte ÖFB-Teamchef Alexander Schriebl. Von großer Euphorie war aber noch keine Spur.


„Nach den letzten Spielen war es umso wichtiger, dass uns das heute gelungen ist. Wir haben das Glück dieses Mal Gott sei Dank auf unserer Seite gehabt. Es ist ein Punkt, den wir nicht eingerechnet haben, deshalb ist es umso schöner“, sagte ÖFB-Mittelfeldspielerin Barbara Dunst. Das wichtigere Spiel komme aber erst gegen Slowenien. „Da zählt es. Erst am 5. Juni wird man beurteilen können, ob es ein Befreiungsschlag war.“

Dunst: „Brauchen fast den dritten Platz“
An diesem Tag gastieren die zwei Punkte vor Österreich liegenden Sloweninnen mit Ex-St. Pölten-Spielerin Mateja Zver in Wien. „Wir müssen unbedingt schauen, dass wir wieder einmal bei einem großen Turnier dabei sind. Dafür brauchen wir schlussendlich fast den dritten Platz, weil jeder, der den Modus kennt, weiß, dass es mit dem vierten Platz megaschwer wird“, schilderte die Bayern-Legionärin.

Auch Stürmerin Julia Hickelsberger-Füller drückte auf die Euphoriebremse. „Blöde Spielverläufe und nicht die beste Leistung haben uns in eine schlechte Phase reingedrückt. Das jetzt war ein Schritt in die richtige Richtung, aber ein Spiel reicht nicht, um zu zeigen, dass wir aus der Phase draußen sind. Wir müssen nachlegen“, erläuterte die Türkei-Legionärin. Für den Kopf sei der erste Punkt jedenfalls sehr wichtig gewesen und habe gut getan. Zu kämpfen hatte sie trotzdem mit gemischten Gefühlen.

Hickelsberger trauerte vergebenem Sieg nach
Nach ihrer Einwechslung in der 68. Minute hatte sie für ordentlich frischen Wind gesorgt, auch mit ihrer Schnelligkeit den Torraub-Ausschluss von DFB-Kapitänin Janina Minge (79.) provoziert. In der 86. Minute war sie dann auf dem Weg zur Matchwinnerin im Abschluss zu unentschlossen. „Da hätte ich zielstrebiger aufs Tor gehen und den Abschluss suchen müssen. Heute waren sie sehr verwundbar, es wären auch drei Punkte möglich gewesen“, analysierte die 26-Jährige. Auch in der 1. Hälfte wäre ein Treffer möglich gewesen, jeweils war Startelfdebütantin Naika Reissner involviert. Zuerst verfehlte sie eine Dunst-Flanke knapp (6.), dann missglückte ein Pass von Eileen Campbell auf sie bei einer 2:1-Kontersituation (41.).

Bild: APA/EXPA

„An dem müssen wir noch arbeiten, dass wir uns im Offensivspiel mehr zutrauen, um so ein Spiel durch einen Lucky Punch dann auch einmal zu gewinnen“, meinte Abwehrspielerin Verena Hanshaw. Was die Defensive betrifft, konnten im ÖFB-Lager diesmal alle zufrieden sein. Im Vergleich zum 1:5 in Nürnberg am Dienstag war eine klare Steigerung erkennbar. Ein deutlich mutigerer Ansatz im 5-4-1-System führte zum Erfolg, die nötige Aggressivität verhinderte viele Male DFB-Abschlüsse. „In einem zweiten Spiel innerhalb so kurzer Zeit gibt es wenig Überraschungsmomente. Wir haben uns für die Dinge, die nicht so funktioniert haben, andere Lösungswege überlegt, und das super auf den Platz gebracht“, schilderte Abwehrspielerin Virginia Kirchberger.

Schriebl über 0:0 „megahappy“
Mehr Mut durch früheres Attackieren sowie Geduld seien laut Schriebl wichtige Faktoren gewesen. „Man hat gesehen, was möglich ist, wenn wir geschlossen, diszipliniert arbeiten“, sagte der Salzburger. „Megahappy“ über das 0:0 war er auch, da man den kurzfristigen Ausfall von Kapitänin Sarah Puntigam kompensieren konnte. „Es war cool, wie sie den Megaausfall wettgemacht haben.“ Die Oberösterreicherin Annabel Schasching habe ihre Sache als Kapitänin „extrem gut“ gemacht. Die Leipzig-Spielerin selbst sprach von einem „coolen Gefühl“. Dieses gelte es mitzunehmen und mit viel Energie und Zuversicht in den nächsten Lehrgang zu starten.

Das völlig zurecht, zumal das Lebenszeichen mit dem erstmaligen Punktgewinn gegen die „großen Nachbarinnen“ ein deutliches war. „Es ist cool, dass wir endlich einmal einen Punkt gegen sie geholt haben“, betonte Kirchberger. Und Hanshaw ergänzte: „Anhand der Freude nach dem Spiel hat man gesehen, wie viel uns der Punkt bedeutet.“ Laut Schriebl tue dieser „extrem gut“. Dadurch blieb die ÖFB-Truppe auch im vierten Länderspiel in Ried ungeschlagen.


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